Vakuumieren von Flüssigkeiten

Vakuumieren von Flüssigkeiten

Es ist unglaublich, wie viele Rückmeldungen es auf unsere beiden Eierrezepte gab („Rührei“ und das „2-Stunden-Ei“). Neben der Begeisterung für das „Ei aus dem Vakuum“ gab es auch einige Rückfragen zum Vakuumieren. Deshalb ​hier ausführlichere Informationen zum Vakuumieren von Flüssigkeiten und feuchten Lebensmitteln – nicht nur für Eier geeignet 

Beim Vakuumieren von Flüssigkeiten gilt es mehrere Herausforderungen zu meistern: Luft entweicht zwar schneller als Flüssigkeiten aus dem Beutel, aber gegen Ende des Vorganges wird es oft „knapp“. Der Bereich der Schweißnaht wird benetzt, was zur Folge hat, dass die Naht nicht perfekt dichthält und das Vakuumiergerät verschmutzt wird. ​Hier die Tipps, die sich zum Teil auch kombinieren lassen.

BEUTEL IN BEUTEL

Füllen Sie das flüssige Vakuumiergut zuerst in einen haushaltsüblichen Gefrierbeutel oder Folienbeutel und verknoten diesen nur ganz leicht. Danach geben Sie diesen verknoteten Gefrierbeutel in den Vakuumbeutel, wobei das leicht verknotete Ende in Richtung Boden des Vakuumbeutels zeigen sollte. Mit der Hand drücken Sie dann etwas an und vakuumieren wie gewohnt.

„FREEZE FIRST“ – AB IN DIE TIEFKÜHLUNG

Frieren Sie das Vakuumiergut zuerst ein (oder auch nur „an“). Das kann bereits im Vakuumbeutel stehend in der Tiefkühlung geschehen, wobei Sie bitte darauf achten, dass kein größerer Lufteinschluss im Vakuumiergut passiert. Dann vakuumieren Sie den Beutelinhalt.

Diese Methode hat praktisch 100% Erfolgsgarantie, allerdings ist sie die zeitaufwändigste (und damit leider zumindest für die Ei-Rezepte ungeeignet).

Über Gefrierbrand brauchen Sie sich übrigens keine Gedanken zu machen, da wir zwischen dem Einfrieren und Vakuumieren keine unnötige Zeit verstreichen lassen.

KÜCHENPAPIER

Geben Sie das feuchte Lebensmittel auf ein Küchenpapier. Dieses saugt die überschüssige Flüssigkeit auf und kann ggf. mit in den Vakuumbeutel eingeschlossen und dann eingefroren werden. ​Variante: Mit einem Streifen Küchenpapier können Sie den Beutel innen quer „absperren“, also quasi eine Barriere für Flüssigkeiten errichten.

ZWEITE (ODER WEITERE) SCHWEISSNAH

Eine zweite Schweißnaht ist bei Flüssigkeiten oder feuchtem Beutelinhalt fast unabdingbar. Auch wenn Ihr Gerät eine doppelte Schweißnaht beherrscht, so verschweißen Sie doch ein weiteres Mal im „trockenen“ Bereich, um auf Nummer sicher zu gehen.

„GEFÄLLE“

Stellen Sie den Vakuumierer etwas erhöht auf, etwa auf einem dicken Schneidbrett. Der Beutel mit dem Vakuumiergut bleibt „unten“. Dieses Gefälle wirkt oft Wunder, da es die Flüssigkeit trotz des Unterdrucks kaum überwinden kann.

IHR GERÄT

Lernen Sie Ihren Vakuumierer kennen! Testen Sie bei Geräten mit manueller Bedienung, wann Sie den Vakuummiervorgang abbrechen müssen, um ein Vordringen von Flüssigkeiten in den Bereich der Schweißnaht oder der Vakuumkammer zu verhindern. Nutzen Sie „Pulsmodus“ oder Spezialventile (bei manchen Herstellern auch nachrüstbar), um eine Begrenzung des Unterdrucks zu erreichen.

​Feuchte LebensmittelFlüssigkeiten
​Beutel in Beutel++
​Freeze First​ok+
​Küchenpapier+
​weitere Schweißnaht++
​Gefälle​ok+

(+ gut geeignet  /  ok: geeignet  /  – nicht geeignet)

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